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Eine neue Sichtweise auf das Thema „Börse“

Diese Gesetze an der Börse solltest Du kennen:

• Die Börse ist nicht statisch

• Die Börse ist tatsächlich nahezu unendlich vielen Einflüssen unterworfen.

• Die Börse verhindert aktiv jede dauerhafte Regelmäßigkeit

• Die Börse kann auf längere Sicht kein System zulassen.

Lässt man diese Regeln auf sich wirken, erscheint jeder Versuch, die Börse zu begreifen, wie ein Stück glitschige Seife mit aller Kraft festzuhalten.

Das klingt erstmal wenig erbauend. Vielleicht hilft es Dir, die Börse als Wesen zu betrachten: Wenn man als Trader oder Investor den Kreis der Börse betritt – quasi die Arena – verbindet man sich mit diesem großen Spiel namens Börse. Du wirst somit ein Teil von dem weltweiten Netzwerk aller Trader, Investoren, Banken und Institutionellen. Es ist Deine eigene Persönlichkeit, die teilnimmt, Deine Charakterzüge, Deine Stärken und Schwächen. All die Aktionen, die Deinen Entscheidungen folgen, werden in den Börsenalltag aufgenommen, und Du wirst einige Zeit das Geschehen an der Börse mitbestimmen.

Denn es könnte ja theoretisch sein, dass Deine Verkaufsorder der entscheidende Tropfen ist, der in einem Aufwärtstrend das Ganze zum Kippen bringt und anschließend zu einem starken Einbruch führt. Deine Aktion kann die wichtige charttechnische Hürde nach unten brechen lassen und damit wird eine Verkaufspanik ausgelöst. Das bedeutet: Mit jeder Transaktion, fast schon mit jeder Analyse, jedem Gedanken, der Dich oder jemand anderen zu einer Aktion verführt, formst und gestaltest Du somit das „Wesen“ Börse.

Die intensive Vernetzung gibt der Börse eine eigene, individuelle Persönlichkeit. Der Kursverlauf einer Aktie ist damit letztendlich das Ergebnis aller menschlichen Einflüsse, Gedanken, Gefühle und Energie der handelnden Teilnehmer. Damit wird die Börse selbst so etwas wie eine „übergeordnete“ Intelligenz, eine Art Wesenseinheit. Es spiegelt somit ein Massenbewusstsein wider und agiert auch so, nämlich auf seine Art und Weise höchst intelligent und funktional.

Um erfolgreich in diesem Umfeld zu agieren, solltest Du zunächst einmal alles, was Du denkst und fühlst, alles, was Du glaubst zu wissen, hinterfragen. Damit kannst Du Dir einen besseren Zugang zur Börse verschaffen. Du entgehst dadurch der Gefahr, dass Deine Illusionen Dir alles zunichtemacht. Mach Dir bewusst, dass die meisten Überzeugungen aus Angst vor Chaos entstanden sind, also dem Menschen ein Gefühl der Sicherheit geben sollen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein starkes oder sogar aggressives Vertreten einer Überzeugung oft nichts anderes ist als ein Beweis der persönlichen Angst und Unsicherheit vor diesem Chaos.

Die meisten von uns werden tendenziell eher eine bullishe (positve) oder bearishe (negative) Meinung zum Markt haben. Zu allererst wird unsere Einstellung durch die Situation beeinflusst, die an den Börsen herrschte zu dem Zeitpunkt, an dem wir angefangen haben, uns damit zu beschäftigen. Zusätzlich fließen auch allgemeine charakterliche Nuancen in diese Unterscheidung mit ein. Der grundsätzlich pessimistisch oder depressiv gestimmte Mensch wird sich eher zu den Bären, der optimistisch veranlagte Mensch sich eher zu den Bullen hingezogen fühlen. Wenn aber Überzeugungen nicht die Realität abbilden, wird sich der Börsenerfolg leider nicht einstellen.

Dabei passiert es oft, dass Trader, die ihre Meinung mit anderen teilen, dafür heftig angegangen werden. Würde man einen „Hass-Mail-Indikator“ entwickeln, würde dieser wahrscheinlich eine vergleichsweise hohe Trefferquote haben. Sprich, wird eine Meinung stark kritisiert, dann liegt man damit eher richtig.

Deine Wahrnehmung der Börse könnte durch Deinen ganz persönlichen Erfahrungsschatz verzerrt sein. D.h. Du nimmst nicht die tatsächliche Börse wahr, sondern Deine ganz eigene subjektive Form der Börse. Damit können diese Überzeugungen Deinen Erfolg und das Handeln an den Börsen massiv beeinträchtigen. Ein aggressiver Mensch wird andere aggressiv machen und wahrnehmen, ein ängstlicher eher umgekehrt. Die Börse gibt jedem Trader genau das, was er eigentlich will. Wenn man sich ständig fragt, ob man überhaupt reich werden will, dann dürfte sich der Erfolg nur schwerlich einstellen.

Deshalb sollte man sein inneres Team managen/coachen mit all den Stimmen, die einen beeinflussen. Wichtig ist dabei die Angst vor Verlusten zu eliminieren. Wenn Du die Folgen eines Verlustes, egal welche es auch sind, einfach annimmst, ohne Widerstand und Bedenken, kannst Du keine Angst oder Scham entwickeln. Denn jedes Festhalten an Emotionen entsteht nur aus dem Wunsch nach Kontrolle und damit aus dem Verlangen nach Sicherheit. Wenn man die Jetzt-Realität und die künftige Realität akzeptiert, so wie es ist, werden sich alle diese Emotionen einfach in Luft auflösen:

• Angst ist Widerstand gegen das Unvermeidliche und gegen die Unsicherheit.

• Gier ist Widerstand gegen das Imperativ der Zeit (manchmal dauert es eben ein wenig länger, reich zu werden).

• Hoffnung ist Widerstand gegen das, was ist.

• Scham ist Widerstand gegen die Ausgrenzung der Anderen.

• Stolz ist Widerstand gegen die eigene Bedeutungslosigkeit/Beliebigkeit.

• Wut ist Widerstand gegen die Angst usw.

Das bedeutet, Du kannst an den Börsen nur erfolgreich werden, wenn Du widerstandslos wirst – Widerstandlosigkeit ist die Grundlage des Börsenerfolges.

Folgende Beiträge aus dieser Reihe runden das Gesagte ab:

Trading für Anfänger – die wichtigsten Regeln

Bin ich Typ „Investor“ oder “ Trader “ an der Börse?

Ein Ratgeber nicht nur für angehende Trader, der Dir zeigt, wie Du souverän auf dem Börsenparkett agieren, mentale Stärke entwickeln und typische Fehler vermeiden kannst.

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