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Warum die Anleihenrenditen derzeit nach oben weisen?

An den globalen Anleihemärkten passiert derzeit etwas, das lange Zeit ungefähr so aufregend war wie ein Nachmittag im Bürgeramt:

Es bewegt sich plötzlich alles gleichzeitig.

US-Renditen steigen.
Deutsche Renditen steigen.
Britische Renditen steigen.
Japanische Renditen steigen.

Wenn sogar japanische Staatsanleihen nach jahrzehntelangem Tiefschlaf plötzlich aufwachen, schaut die Finanzwelt ungefähr so überrascht wie jemand, der seinen Kaktus nach fünf Jahren blühen sieht.

Die britischen Anleiherenditen spielen derzeit allerdings in einer eigenen Liga.

Dort kommen gleich mehrere Probleme zusammen:
steigende Inflation, politische Unsicherheit, Angst vor höheren Staatsausgaben, Sorgen um die Stabilität der Staatsfinanzen

D. h., der Markt schaut auf Großbritannien und denkt sich: „Moment mal … bestellt hier gerade jemand noch eine dritte Kreditkarte, obwohl die ersten beiden schon glühen?“

Und dann ist da noch der globale Inflationseffekt. Die höheren Energiepreise wirken ein bisschen wie eine Pizza-Bestellung mit sehr langer Lieferzeit: Man denkt erst: „Kommt da überhaupt noch was?“ Und plötzlich klingelt es überall gleichzeitig. Erst werden Öl und Gas teurer. Dann Transporte. Dann Produktionskosten. Dann Verbraucherpreise. Und am Ende sitzt die Inflation wieder im Wohnzimmer und sagt:
„Hallo, ich bin wieder da.“

Das Problem: Steigt die Inflation, wollen Anleger höhere Renditen.

Niemand leiht einem Staat gerne Geld zu 3 %, wenn gleichzeitig alles im Alltag um 4 % teurer wird. Das wäre ungefähr so attraktiv wie ein Sparbuch mit Gratis-Kugelschreiber als Sonderaktion.

Und jetzt kommt die Stelle, bei der Aktienanleger normalerweise sagen: „Schön und gut – aber was interessiert mich das?“

Eine ganze Menge. Denn höhere Anleiherenditen sind wie steigende Temperaturen beim Fieberthermometer: Ab einem gewissen Punkt wird es ungemütlich. An der Wall Street gilt bei zehnjährigen US-Anleihen die Marke von etwa 4,5 % als kritisch.

Warum?

Weil plötzlich etwas passiert: Anleihen werden wieder interessant.

Ein Investor könnte plötzlich denken: „Moment mal … ich kann über 4,5 % kassieren, ohne täglich zu beobachten, ob mein KI-Depot gerade 7 % steigt oder 11 % fällt?“

Und genau da beginnt das Problem. Denn wenn Geld in Anleihen fließt, fehlt es möglicherweise bei Aktien. Gleichzeitig werden Kredite teurer:
Immobilienkredite
Unternehmenskredite
Verbraucherkredite
Investitionen

Und höhere Kreditkosten wirken auf die Wirtschaft ungefähr so wie Wanderschuhe aus Beton. Man kommt zwar noch vorwärts. Aber niemand nennt es angenehm.

Besonders interessant wird noch ein anderer Punkt: Steigende Renditen bedeuten fallende Anleihekurse. Falls große Fonds, Pensionskassen oder institutionelle Anleger ihre Anleihen zusätzlich mit Kredit finanziert haben, könnte daraus plötzlich ein Dominoeffekt entstehen.

Oder vereinfacht: Stell dir jemanden vor, der fünf Teller gleichzeitig trägt. Einer beginnt zu wackeln. Dann noch einer. Dann noch einer. Und plötzlich schaut der ganze Raum zu und denkt: „Das könnte jetzt entweder gut ausgehen … oder sehr teuer werden.“

Fazit!

Anleihemärkte waren lange der ruhige Onkel auf Familienfeiern.

Jetzt stehen sie plötzlich auf dem Tisch, winken wild mit den Armen und rufen: „Leute – wir haben hier ein Problem!“

Wer sich für das Traden interessiert

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