Risikohinweis: Die in diesem Beitrag gemachten Angaben und Darstellungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen. Die Inhalte können eine steuerliche und/oder juristische Beratung nicht ersetzen. Die Inhalte stellen eine solche Beratung nicht dar und können diese auch nicht ersetzen. Daher ist eine Haftung oder Inanspruchnahme jedweder Art ausgeschlossen.
Was sich ändert - und warum Dein Geldbeutel es merken wird.
2026 wird steuerlich kein Jahr für Nebenbei-Leser. Der Gesetzgeber dreht an vielen Stellschrauben gleichzeitig: Einkommen, Pendeln, Vorsorge, Rente, Kapitalanlagen – alles einmal neu justiert. Manches bringt Entlastung, anderes eher Stirnrunzeln. Sicher ist nur: Wer seine Altersvorsorge ernst nimmt, sollte wissen, was sich ändert.
Oder einfacher gesagt: Der Staat räumt um – und du solltest wissen, ob dein Geld dabei im Wohnzimmer oder im Keller landet.
Das Wichtigste vorweg - Steueränderungen in Kurzform
Ab 2026 gelten unter anderem:
• Grundfreibetrag: steigt auf 12.348 €
• Kindergeld: 259 € pro Monat
• Pendlerpauschale: 0,38 € pro Kilometer – ab dem ersten Meter Arbeitsweg
• Aktivrente: bis zu 2.000 € monatlich steuerfrei hinzuverdienen
• Gastronomie: Speisen dauerhaft mit 7 % Umsatzsteuer
• Vorsorgepauschale: orientiert sich künftig an realen Beiträgen
• Mindestlohn: 13,90 €
• Krankenversicherung: Zusatzbeitrag steigt im Schnitt auf 2,9 %
• Ehrenamt: höhere steuerfreie Pauschalen
Klingt erst mal gut. Ist es teilweise auch. Aber wie immer steckt der Teufel im Steuerformular.
Mehr Freibeträge - der Staat lässt etwas mehr Luft
Grundfreibetrag & Solidaritätszuschlag:
Der Grundfreibetrag steigt leicht. Einkommen bis 12.348 € bleiben steuerfrei – bei Ehepaaren natürlich doppelt.
Auch der Solidaritätszuschlag greift erst später. Für viele bleibt er damit weiterhin ein theoretisches Konstrukt aus dem Geschichtsbuch.
Kinder & Familien:
• Kinderfreibetrag: 6.828 €
• plus Betreuungsfreibetrag
• Kindergeld: 259 € monatlich
Unterm Strich profitieren Familien entweder direkt monatlich oder über die Steuer – je nachdem, was günstiger ist. Der Staat rechnet – Du bekommst die bessere Variante
Arbeitnehmer: Der Arbeitsweg lohnt sich wieder (ein bisschen)
Pendlerpauschale – Ab 2026 gilt:
0,38 € pro Kilometer – ab dem ersten Kilometer.
Die bisherige Staffelung entfällt.
Wer allerdings unter der Werbungskostenpauschale bleibt, merkt davon nichts.
Pendeln lohnt sich also vor allem steuerlich – emotional bleibt es Geschmackssache.
Mindestlohn & Minijobs: Die Gleitzone wird breiter. Gut für den Übergang – weniger gut für Menschen, die gerne alles ganz einfach hätten.
• Mindestlohn: 13,90 €
• Minijob: bis 603 €
• Midijob: bis 2.000 €
Vorsorgepauschale: Willkommen im Zeitalter der Genauigkeit
Ab 2026 wird die Lohnsteuer präziser – was leider nicht automatisch „niedriger“ heißt.
Die pauschale Mindestentlastung fällt weg. Stattdessen zählen die tatsächlich gezahlten Beiträge für:
• Rente
• Kranken- & Pflegeversicherung
• Arbeitslosenversicherung
Wer viel einzahlt, profitiert eher.
Wer bisher von Pauschalen lebte, könnte sich wundern.
Oder anders gesagt:
Der Staat rechnet genauer – und Genauigkeit ist nicht immer nett.
Krankenversicherung: Kleiner Satz, große Wirkung
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt auf 2,9 %.
Zwischen den Kassen gibt es aber große Unterschiede.
Ein Wechsel kann sich lohnen – und kostet weniger Zeit als eine Steuererklärung.
Ehrenamt: Endlich etwas mehr Anerkennung
Ab 2026 gelten:
• Übungsleiterpauschale: 3.300 €
• Ehrenamtspauschale: 960 €
Wer sich engagiert, darf künftig etwas mehr behalten.
Reich wird man damit nicht – aber wertgeschätzt fühlt es sich besser an.
Umsatzsteuer: Essen wird günstiger. Vielleicht.
Speisen in Restaurants, Cafés und beim Catering werden dauerhaft mit 7 % Umsatzsteuer belegt.
Getränke bleiben bei 19 %.
Ob die Preise sinken?
Offen.
Ob die Betriebe entlastet werden?
Ja.
Altersvorsorge: Arbeiten im Ruhestand - freiwillig, bitte
Aktivrente:
Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, darf künftig:
bis zu 2.000 € pro Monat steuerfrei hinzuverdienen.
Ohne Progression, ohne Trick, ohne Hintertür.
So soll Arbeiten im Alter attraktiver werden – zumindest finanziell.
Kranken- und Pflegeversicherung bleiben allerdings Pflicht.
Der Staat hilft – aber nicht komplett.
Kapitalanlagen: ETFs, Vorabpauschale & Co.
Vorabpauschale 2026
Die Vorabpauschale wird Anfang 2026 für das Jahr 2025 fällig.
Sie betrifft vor allem thesaurierende ETFs.
Faustregel:
• ca. 36 € Steuer je 10.000 € Fondsvolumen
• oder entsprechender Freistellungsauftrag
Wer vorbereitet ist, zahlt entspannt.
Wer es vergisst, lernt seine Bank von einer sehr genauen Seite kennen.
Kryptowährungen: Der Staat schaut jetzt genauer hin
Ab 2026 greift DAC 8:
Kryptobörsen melden Transaktionen automatisch.
Heißt:
• weniger Grauzonen
• mehr Dokumentationspflicht
• spontane Erinnerungslücken funktionieren nicht mehr
Kurz:
Krypto bleibt dezentral – aber nicht mehr anonym.
Fazit: 2026 bringt Bewegung - und Verantwortung
2026 ist steuerlich ein Jahr der Neusortierung:
• mehr Freibeträge
• neue Anreize
• höhere Beiträge an anderer Stelle
Für viele bleibt netto etwas mehr übrig. Was du daraus machst, entscheidet darüber, wie entspannt z. B. dein Ruhestand wird.
Bedenke: Mehr Netto ist nett. Mehr Vermögen ist besser.
Mehr Netto eröffnet oft neuen Spielraum für höhere Sparraten. Wenn du diese Mittel gezielt und breit gestreut investierst, profitierst du langfristig davon. Der extraETF Portfolio Tracker hilft dir dabei, deine Investments strukturiert zu verwalten und zu optimieren. Der ETF-Steuer Rechner ergänzt das ganze um die steuerliche Komponente.
Wer sich für das Traden interessiert
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Die Notenbank druckt wieder - und keiner will's so nennen
„Also“, sage ich, „die US-Notenbank hat die Zinsen gesenkt. Und kauft wieder Staatsanleihen.“ „Aha“, sagt sie. „Wie nannte man das früher?“ Ich räuspere mich. „Quantitative Easing.“ „Geld drucken“, sagt sie.
Punkt.Und genau das ist es auch.
De facto ist die Fed wieder im QE-Modus, obwohl man offiziell so tut, als wäre es nur ein bisschen Liquiditätspflege. Deshalb sind die Analysten optimistisch für 2026.
Der Unterschied zu 2019: Damals waren Aktien günstig. Heute sind sie teuer – teilweise so teuer wie 2000.
Nur ohne vorherigen Crash zur Abkühlung.
US-Small-Caps zeigen steigende Gewinnprognosen, teilweise deutlich stärker als die Tech-Giganten.
Der Russell 2000 wird für 2026 mit +49 % Gewinnwachstum prognostiziert.
Zudem sind viele Anleger dort unterinvestiert – ein klassisch positives Markttechnik-Signal.
