Ein Küchentischgespräch über das Pro und Contra zum Thema Silberkauf. Oder: „Schatz, kauf wir jetzt Besteck oder Barren?“
Sie (ohne aufzuschauen): „Wenn du mir jetzt erklärst, dass wir wegen eines Trends neue Löffel brauchen, bin ich raus.“
Ich: „Nein, nein. Silber als Anlage. 100 Prozent rauf seit Ende November!“
Sie: „Aha. Und warum erzählst du mir das beim Frühstück und nicht deinem Bankberater?“
Ich: „Weil du kritischer nachfragst. Außerdem: Silber ist nicht nur Schmuck, sondern auch Industriemetall. Photovoltaik, Elektromobilität, Technik – ohne Silber läuft da gar nichts.“
Sie: „Also kein romantisches Edelmetall, sondern eher der Handwerker unter den Metallen.“
Ich: „Exakt. Gold sitzt im Safe und philosophiert über Inflation. Silber geht arbeiten.“
Sie: „Und kommt abends mit Dreck unter den Nägeln und Preisschwankungen nach Hause.“
Ich: „Ganz unrecht hast du nicht. Silber schwankt stärker als Gold. Wenn Gold niest, hat Silber eine Grippe.“
Sie: „Das klingt nicht nach etwas, das man ruhig schlafen lässt.“
Ich: „Deshalb sagt ja auch keiner: Alles auf Silber! Eher so: kleine Beimischung. Fünf, sechs Prozent – je nach Risikonerven.“
Sie: „Du meinst also: Silber ist der Espresso im Portfolio. Macht wach, aber zu viel davon macht nervös.“
Ich: „Perfektes Bild! Und aktuell kommt noch was dazu: Die Industrie will mehr, das Angebot wächst langsamer. Manche reden schon von einem möglichen Engpass.“
Sie: „Aha. Und wenn plötzlich alle gleichzeitig Silber wollen?“
Ich: „Dann wird’s eng. Lagerbestände sind nicht üppig, und das kann die Preise treiben.“
Sie: „Das klingt ein bisschen nach Konzertkarten von Taylor Swift.“
Ich: „Außerdem ist Silber historisch betrachtet im Verhältnis zu Gold eher günstig.“
Sie: „Jetzt komm mir nicht mit irgendwelchen Kennzahlen.“
Ich: „Doch! Gold-Silber-Ratio. Früher lag die oft niedriger. Heute ist Silber im Vergleich zu Gold eher unterbewertet.“
Sie: „Also das Sonderangebot unter den Edelmetallen.“
Ich: „So ungefähr. Mit dem Unterschied, dass Sonderangebote hier manchmal Jahre dauern.“
Sie: „Und warum kaufen dann nicht einfach alle Zentralbanken Silber, so wie Gold?“
Ich: „Weil Silber unhandlicher ist. Geringere Wertdichte. Für eine Milliarde brauchst du eher einen LKW als eine Aktentasche.“
Sie: „Ach so. Silber scheitert an der Logistik.“
Ich: „Genau. Aber gerade das macht es für Privatanleger interessant – als Ergänzung, nicht als Ersatz.“
Sie: „Also zusammengefasst: Silber arbeitet hart, schwankt stark, ist manchmal launisch, aber langfristig gefragt.“
Ich: „Du beschreibst gerade erstaunlich präzise sowohl Silber als auch mich.“
Sie (lacht): „Und wie investiert man jetzt konkret?“
Ich: „Physisch, ETF, ETC (Silber-ETC-Übersicht) – alles möglich. Wichtig ist nur: Nicht glauben, Silber sei das neue Gold. Es ist etwas anderes.“
Sie: „Gold ist der Sicherheitsbeamte. Silber der Elektriker.“
Ich:
„Und beide zusammen sind ein ganz gutes Team.“
Sie (steht auf):
Ich:
Sie: „Damit ich weiß, ob wir noch Platz für die Weihnachtsdeko haben.“
Fazit (unausgesprochen, aber klar): Silber ist kein Ersatz für Gold, kein Allheilmittel und kein Selbstläufer.
Aber als arbeitendes Metall mit Zukunft, Industrie-Rückenwind und eigenem Charakter kann es ein spannender Beifahrer im Portfolio sein.
Man muss nur wissen: Es fährt manchmal sportlicher – und bremst nicht immer sanft.
Oder wie meine Frau sagen würde: „Ganz nett. Aber bitte nicht alles auf einmal.“
Im aktuellen Chartbild des YouTube-Kanals „projekt.30.de“ (sehr empfehlenswert die wöchtentlichen Videos zu DAX, US-Indices etc.) sieht man einen Aufwärtstrendkanal. Hier hat Silber noch etwas Potenzial (ca. 10 USD), aber nach dem starken Anstieg von 50 USD seit Ende November sind Käufe jetzt nicht mehr ratsam. Lieber nach stärkeren Rückschlägen zuschlagen.
Übrigens: ein Chart der letzten 50 Jahre (Untertassenformation) dieses Kanals zeigt das langfristige Potenzial von Silber, welches bis in den Bereich von 440 bis 680 USD reicht.
Wer sich für das Traden interessiert
Bitte den Disclaimer lesen
