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Jetzt wird KI erwachsen – und frisst plötzlich Strom statt nur Schlagzeilen

Es war eine harte Zeit für KI-Anleger. Wochenlang dominierte an der Börse das übliche Weltuntergangsprogramm: Kriege, Krisen, Ölpreise, Zinsen, Unsicherheit. Wer in dieser Phase „Künstliche Intelligenz“ sagte, wurde ungefähr so beachtet wie jemand, der auf einer Grillparty die Vorteile von Hafermilch erklärt.

Doch jetzt ist KI zurück. Und diesmal kommt sie nicht im Hoodie, sondern im Blaumann.

Denn der neue KI-Boom ist anders als die erste Euphoriewelle. Damals ging es um Chatbots, smarte Texte und die Frage, welche Maschine am besten Gedichte über Einhörner schreiben kann. Heute geht es um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens:

Strom
Chips
Rechenzentren
Fabriken
Kühlung
Milliardeninvestitionen

Oder anders gesagt: KI ist vom Nerd-Thema zum Industriekonzern geworden.

Amazon zeigt, wo es langgeht

Den Startschuss für das Comeback gab nicht irgendein Start-up mit drei Mitarbeitern und 40 Milliarden Bewertung, sondern Amazon.

Chef Andy Jassy machte klar: KI ist keine Blase, sondern ein historischer Investitionszyklus. Die Cloud-Tochter AWS erreicht laut Bericht bereits KI-Umsätze in Milliardenhöhe. Gleichzeitig pumpt Amazon riesige Summen in Rechenleistung, Stromkapazitäten und eigene Chips.

Mit anderen Worten: Amazon verkauft nicht nur Schaufeln im Goldrausch – Amazon betreibt auch die Mine, die Eisenbahnlinie und vermutlich noch den Snackautomaten am Eingang.

Strom ist das neue Öl

Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis des neuen Booms: Nicht der beste Chatbot gewinnt unbedingt. Es gewinnt, wer den Stecker besitzt.

KI-Rechenzentren verschlingen gigantische Mengen Energie. Wo früher normale Server standen, stehen heute digitale Kraftprotze mit Stromhunger wie ein Teenager am Kühlschrank nach dem Fußballtraining.

Darum rücken plötzlich ganz andere Firmen in den Mittelpunkt:

Rechenzentrumsbetreiber
Stromversorger
Netzwerkspezialisten
Halbleiterausrüster
Kühltechnikfirmen

Die Helden des neuen Zeitalters tragen keine schwarzen Rollkragenpullover mehr, sondern Sicherheitsschuhe. Digital Realty und Equinix profitieren davon ebenso wie spezialisierte Infrastrukturspieler.

KI zieht jetzt in die Fabrikhalle

Noch spannender: KI bleibt nicht im Rechenzentrum sitzen. Sie wandert in die Industrie.

Roboter, Qualitätskontrolle, Sensorik, Simulation, autonome Fertigung – überall dort mischt KI inzwischen mit. Das bedeutet: Die Technologie verlässt die PowerPoint-Präsentation und zieht in die Werkshalle ein. Profiteure könnten Unternehmen wie FANUC, Keyence oder Cognex sein.

Kurz gesagt: Früher schrieb KI Bewerbungsschreiben. Heute steuert sie Produktionsstraßen.

Nicht überall, wo KI draufsteht, ist auch KI drin

Natürlich sprang sofort die Fondsbranche auf den Zug. Sobald irgendwo ein Trend auftaucht, dauert es ungefähr sieben Minuten, bis ein ETF mit passendem Namen erscheint.

Doch Vorsicht: Nicht jedes Produkt mit „Artificial Intelligence“ im Titel investiert auch überzeugend in das Thema.

Manche Fonds setzen gezielt auf Infrastruktur, Chips, Rechenzentren und Industrie. Andere klingen modern – und halten am Ende Dinge, die eher nach Metaverse-Kater als nach KI-Boom aussehen.

Das ist wie ein Fitnessdrink mit dem Etikett „Protein Power“, der innen aus Zuckerwasser besteht.

Spannende Fonds und ETFs

Laut einem Bericht in der Welt überzeugten zuletzt besonders:

Polar Capital Artificial Intelligence Fund – aktiv gemanagt, starker Fokus auf echte KI-Gewinner
iShares AI Infrastructure ETF – konzentriert auf Rechenzentren, Energie und Halbleiter
iShares AI Innovation Active ETF – breiterer KI-Ansatz

Quelle: Welt
Quelle: Welt

Warum dieser Boom ernster zu nehmen ist?

Die erste KI-Welle war Fantasie.
Die zweite KI-Welle ist Investition.

Die erste Welle bestand aus Schlagzeilen.
Die zweite besteht aus Beton, Stromleitungen und Serverhallen.

Die erste Welle fragte: „Was kann ChatGPT?“
Die zweite fragt: „Wer verdient daran?“

Und genau deshalb könnte dieser Zyklus langlebiger sein als viele glauben.

Fazit!

KI ist zurück – aber nicht mehr als Spielzeug, sondern als Wirtschaftsmacht.

Wer heute auf KI setzt, wettet nicht nur auf den nächsten coolen Bot-Namen. Er wettet auf Fabriken, Infrastruktur, Stromverbrauch und eine neue industrielle Ordnung.

Oder einfacher gesagt: Früher war KI ein Laptop-Thema. Heute braucht sie ein Umspannwerk.

Wer sich für das Traden interessiert

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