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Hast g’sehn, wer da plötzlich 3 Billionen wert sein soll?

Samstag Morgen nach einer langen Fußballnacht. Der teuerste Börsengang ist über die Bühne gegangen und es wird Zeit für eine erste Einschätzung.

Meine Frau: „Peter, hast du eigentlich mitbekommen, dass jetzt sogar Raketen teurer sind als ganze Länder?“

Ich: „Wie meinst du das?“

Sie: „Na SpaceX! Die Firma soll jetzt fast 3 Billionen Dollar wert sein.“

Ich:Drei Billionen?“

Sie: „Ja. Das ist ungefähr so, als würde man den gesamten DAX, halb Frankreich und ein paar Kreuzfahrtschiffe zusammen in eine Rakete setzen.“

Die größte Börsenstory des Jahres heißt SpaceX. Der Börsengang entwickelte sich zum größten IPO aller Zeiten. Ausgegeben wurden die Aktien zu 135 Dollar, zwischenzeitlich wurden bereits Kurse um 225 Dollar bezahlt. Die Börse bewertet das Unternehmen damit höher als nahezu alle klassischen Industriekonzerne der Welt.

Quelle: Focus Money

Nun ist Elon Musk bekannt dafür, Dinge zu schaffen, die andere für unmöglich halten.

Elektroautos? Gelungen.
Wiederverwendbare Raketen? Gelungen.
Satellitennetze? Ebenfalls gelungen.

Aber an der Börse stellt sich eine andere Frage: Nicht: „Ist SpaceX ein großartiges Unternehmen?“

Sondern: „Ist SpaceX diesen Preis wert?“

Und genau hier wird es spannend.

Denn SpaceX setzte zuletzt rund 19 Milliarden Dollar um und schrieb Verluste. Gleichzeitig wird das Unternehmen inzwischen mit dem mehr als Hundertfachen seines Umsatzes bewertet. Zum Vergleich: Selbst die erfolgreichsten Technologieunternehmen der Welt werden normalerweise deutlich niedriger bewertet.

Die Fantasie der Anleger basiert vor allem auf zwei Hoffnungen:

Künstliche Intelligenz (xAI)
Raumfahrt-Infrastruktur der Zukunft

Manche Analysten rechnen bereits mit gigantischen Umsätzen im Jahr 2040.

Das Problem:

2040 liegt ungefähr so weit entfernt wie damals die Vorstellung eines Smartphones für jemanden, der gerade einen Nokia-Knochen in der Tasche hatte.

An der Börse werden heute also Umsätze und Gewinne eingepreist, die möglicherweise erst in Jahrzehnten entstehen könnten.

Hinzu kommt ein weiterer Effekt:

Sobald eine Aktie in große Indizes aufgenommen wird, müssen ETFs sie kaufen – egal ob günstig oder teuer. Dadurch entsteht zusätzliche Nachfrage, die die Kurse zunächst weiter antreiben kann.

Quelle: Focus Money

Das erinnert ein wenig an eine Party:

Erst kommen die Freunde.
Dann die Freunde der Freunde.
Dann die Nachbarn.

Und irgendwann steht die halbe Stadt im Wohnzimmer und niemand weiß mehr genau, warum eigentlich gefeiert wird.

Fazit!

Natürlich kann die Geschichte noch lange weitergehen. Börsenübertreibungen halten oft deutlich länger an als viele Skeptiker erwarten.

Aber die Bewertung zeigt auch: Der Markt bezahlt heute bereits sehr viel Zukunft.

Wer einsteigt, kauft also nicht die Gegenwart von SpaceX – sondern vor allem die Hoffnung auf eine spektakuläre Zukunft.

Und Hoffnung war an der Börse schon immer ein wertvoller Rohstoff.

Manchmal sogar der teuerste.

Quelle: Finanzwoche

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