Ein Gespräch am Küchentisch über schlafende Hunde, die wieder zum Leben erweckt werden könnten.
„Du, sag mal“, sagt meine Frau und rührt gedankenverloren im Kaffee, „warum heißt das eigentlich Dogs of the Dow? Sind das nicht alles große Konzerne?“
„Doch“, sage ich, „aber an der Börse nennt man die Verlierer halt gern Hunde.“
Sie schaut mich an. „Aha. Und du willst mir jetzt erklären, dass wir unser Geld ausgerechnet auf die setzen sollen, die vorher schlecht gelaufen sind?“
Ich nicke. „Exakt. Antizyklisch. Kaufen, was keiner will. Wie im Sommerschlussverkauf, nur ohne Umkleidekabine.“
Sie lehnt sich zurück. „Du meinst also: hohe Dividende, weil der Kurs im Keller ist – und dann hoffen, dass der Hund irgendwann wieder bellt?“
„Eher wedelt“, korrigiere ich. „Aber ja.“
Die Idee dahinter ist erstaunlich simpel.
Einmal im Jahr schaut man sich den Dow Jones an und pickt sich die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite heraus. Keine KI, kein Supercomputer, kein Horoskop. Einfach Mathematik und Geduld.
Und während man wartet, ob der Kurs sich erholt, kassiert man Dividenden. Quasi Schmerzensgeld fürs Durchhalten.
„Und das funktioniert wirklich?“, fragt meine Frau skeptisch.
„Historisch öfter als man denkt“, sage ich. „Vor allem dann, wenn die Börse nervös ist, Zinsen fallen und alle plötzlich wieder solide Werte mögen.“
Sie nippt am Kaffee. „Also nicht, wenn alle TikTok-Aktien kaufen und sich reich fühlen.“
Ich nicke. „Genau dann nicht.“
Dieses Jahr sind wieder ein paar neue Hunde im Napf gelandet.
Nike zum Beispiel, wie in einem Artikel der „WELT“ herausgearbeitet wurde. Jahrelang gehypt, dann vier Jahre Minus. Jetzt sagen viele: Da könnte was gehen.
Oder UnitedHealth, wo alle Angst vor Regulierung hatten.
Und Home Depot – leidet unter dem Immobilienmarkt, aber profitiert vielleicht, wenn die Zinsen sinken.
„Klingt alles sehr logisch“, sagt meine Frau. „Aber du hast doch immer gesagt: Es gibt keine Garantie.“
Ich nicke. „Die Dogs sind keine Wunderwaffe. In Boomjahren hängen sie hinterher. Wenn Tech durch die Decke geht, wirken Dividendenzahler plötzlich so sexy wie ein Sparkonto.“
Sie lächelt. „Aber in unruhigen Zeiten sind sie wie ein Sicherheitsnetz.“
„Exakt“, erwidere ich. „Hohe Ausschüttung plus die Hoffnung auf Kursaufholung.“
Sie steht auf und räumt die Tassen weg. „Weißt du, was mir daran gefällt?“
„Dass es einfach ist?“, frage ich.
„Dass du mir ausnahmsweise mal eine Strategie erklärst, die auch ohne Fremdwörter funktioniert.“, bemerkt sie mit hochgezogenen Augenbrauen.
Ich grinse. „Das ist das Beste an den Dogs. Sie bellen nicht viel. Sie tun einfach ihren Job.“
Sie dreht sich um. „Aber eins sag ich dir: Wenn einer von deinen Hunden beißt, bist du dran.“
Ich hebe beschwichtigend die Hände. „Wie immer an der Börse: Kein Hund ohne Leine. Und nie alles auf einen Napf.“
Sie lacht. „Dann lass sie mal laufen. Aber nur mit Dividende.“
Hier die Auswahl für 2026
P.S. Wer noch etwas detailliertere Informationen zu dieser Strategiemöchte, den empfehle ich folgenden Artikel: „Dogs of the Dow-Strategie“
Wer sich für das Traden interessiert
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