Oder: warum Geld auf dem (Spar-)Konto wie alter Kartoffelsalat ist
„Sag mal“, ruft meine Frau aus der Küche, „warum hast du eigentlich drei verschiedene Senfsorten im Kühlschrank?“
Ich schaue kurz vom Laptop auf: „Diversifikation.“
„Aha“, sagt sie trocken. „Und warum liegt dann so viel Geld auf dem Girokonto?“
Touché.
In diesem Moment wurde mir klar: In der Küche sind wir experimentierfreudiger als bei der Geldanlage.
Der deutsche Kühlschrank
Wenn man einen deutschen Kühlschrank aufmacht, sieht man meistens ein solides Portfolio: Käse, Butter, Wurst, ein Glas Senf, ein paar Eier – alles ordentlich, zuverlässig, nichts Überraschendes.
So ähnlich sieht auch das Vermögen vieler Deutscher aus.
Ein großer Teil liegt einfach auf dem Konto. Bargeld und Bankeinlagen machen mehrere Billionen Euro aus. Das Geld steht also brav im Kühlschrank – nur leider wird es dort nicht mehr.
Meine Frau bringt es auf den Punkt.
„Also im Klartext“, sagt sie, während sie den Kartoffelsalat umrührt, „unser Geld liegt rum wie dieser Salat von gestern.“
„Der ist von vorgestern“, sage ich.
Sie: „Na siehst du.“
Die Inflation – der heimliche Kühlschrankräuber
Das Problem ist nämlich nicht, dass Geld auf dem Konto verschwindet. Es schrumpft nur. Ganz langsam. Ganz höflich. So wie Käse, den jemand heimlich immer ein bisschen anschneidet.
Das nennt sich Inflation.
Auf Tagesgeld gibt es derzeit im Schnitt kaum Zinsen. Gleichzeitig steigen Preise immer wieder. Ergebnis: Die Kaufkraft wird langsam weniger.
Oder, wie meine Frau es formuliert: „Das Geld wird nicht schlecht – es wird nur kleiner.“
Deutsche Anleger: lieber Kartoffelsalat als Chilli
Deutsche Anleger lieben Sicherheit.
Während Amerikaner beim Investieren gerne mit Chili, Curry und Jalapeños arbeiten, bleiben wir beim Kartoffelsalat.
„Der hat sich bewährt“, sagt meine Frau.
Stimmt.
Aber wenn der Salat drei Tage im Kühlschrank steht, wird er auch nicht besser.
Aktien – die scharfe Zutat
„Und was wäre die Chili-Version der Geldanlage?“, fragt sie.
Ich: „Aktien.“
Sie hebt eine Augenbraue: „Die schwanken doch.“
„Stimmt“, sage ich. „Wie eine Pfanne mit heißem Öl.“
Kurzfristig kann es ordentlich spritzen. Aber langfristig haben Aktien deutlich höhere Renditen geliefert als Sparbücher oder Kontoguthaben.
„Also quasi wie Knoblauch beim Kochen“, sagt sie. „Am Anfang riskant, am Ende besser.“
Ich nicke.
Die neue Generation kocht anders
Immer mehr jüngere Leute haben das inzwischen verstanden.
Sie nutzen ETFs – also Fonds, die viele Aktien gleichzeitig enthalten.
Dazu kommen günstige Online-Broker, die den Zugang zur Börse deutlich einfacher machen.
„Also wie ein großer Nudelsalat statt nur einer Nudel“, sagt meine Frau.
Ich:
Das Küchenfazit
Am Ende stehen wir beide vor dem Kühlschrank.
„Weißt du“, sagt sie, „ein bisschen Vorrat ist wichtig.“
„Notgroschen“, sage ich.
Sie: „Genau. Aber wenn man nur Vorräte hortet und nie kocht, ist das auch irgendwie sinnlos.“
Ich nicke. Und denke kurz über unser Konto nach.
Ich: „Ich hätte einen Vorschlag.“
Sie: „Ja?“
Ich: „Vielleicht sollten wir aus den Kartoffeln mal Pommes machen.“
Sie lächelt: „Aber diesmal mit Chili.“
Wer sich für das Traden interessiert
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