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Bitcoin – Quo vadis? (4)

Freitagabend, Küche. Ich öffne ein Bier. Meine Frau schaut mich an, als hätte ich gleich wieder eine dieser „Ideen“.

Ich: „Du, kurze Frage: Wenn du durch die Straße von Hormus fährst – würdest du die Maut lieber bar zahlen oder in Bitcoin?“

Sie:Ich würde erstmal umdrehen. Und dann dich fragen, warum wir da überhaupt sind.“

Ich: „Rein hypothetisch!“

Sie: „Deine hypothetischen Fragen kosten mich jedes Mal Nerven.“

Ich (unbeeindruckt): „Also gut: Der Iran denkt tatsächlich darüber nach, solche Dinge mit Bitcoin abzuwickeln.“

Sie: „Natürlich. Und nächste Woche akzeptiert mein Friseur dann auch Goldbarren.“

Ich: „Lach nicht. Die meinen das ernst. Wenn dich keiner mehr im globalen Zahlungssystem mitspielen lässt, suchst du dir eben Alternativen.“

Sie: „Oder Freunde.“

Ich: „Auch schwierig in der Geopolitik.“

Sie nippt an ihrem Glas. „Und jetzt sag mir bitte nicht, das ist gut für Bitcoin.“

Ich: „Doch… also… kompliziert gut.“

Sie: „Aha. ‚Kompliziert gut‘ ist ungefähr die gleiche Kategorie wie ‚teuer, aber lohnt sich‘ – stimmt’s?“

Ich: „Pass auf: Kritiker sagen jetzt natürlich – Bitcoin wird von bösen Staaten genutzt.“

Sie: „Klingt jetzt nicht nach einem Werbeslogan.“

Ich: „Stimmt. Aber das ist ein bisschen so, als würde man sagen: Autos sind schlecht, weil Bankräuber damit flüchten.“

Sie: „Okay… fair.“

Ich: „Bitcoin ist neutral. Werkzeug. Wie ein Hammer.“

Sie: „Du hast mit einem Hammer mal versucht, ein Regal aufzuhängen. Das war auch… neutral katastrophal.“

Ich ignoriere das. „Viel spannender ist: In vielen Ländern ist Bitcoin kein Investment – sondern Überlebensstrategie.“

Sie: „Jetzt wird’s dramatisch.“

Ich: „Nein, realistisch. Stell dir vor, dein Geld verliert jedes Jahr massiv an Wert. Banken funktionieren nicht richtig. Und der Staat… naja.“

Sie: „Dann würde ich auch nervös werden.“

Ich: „Genau. Und dann kommt Bitcoin ins Spiel.“

Kurze Pause.

Sie: „Und wir hier diskutieren, ob wir für 3,20 € mit Karte zahlen dürfen.“

Ich: „Willkommen in Deutschland.“

Sie lehnt sich zurück. „Wer nutzt das denn wirklich?“

Ich: „Vor allem Menschen in Schwellenländern. Indien, Nigeria, Brasilien…“

Quelle: Focus Money

Sie: „Also nicht nur dein Kumpel Helmut, der seit 2017 davon redet?“

Ich: „Helmut fühlt sich gerade bestätigt, übrigens.“

Sie: „Oh je.“

Ich: „Und das wächst ziemlich schnell. Früher ein paar Millionen Nutzer, jetzt hunderte Millionen.“

Sie: „Wie das Internet?“

Ich: „Genau. Nur mit mehr Nervenkitzel.“

Sie: „Du meinst Kursschwankungen.“

Ich: „Ich meine emotionale Achterbahn.“

Sie grinst. „Und du willst mir jetzt sagen, ich soll Bitcoin kaufen.“

Ich: „Nein.“

Sie: „Aha.“

Ich: „Vielleicht ein bisschen.“

Sie: „Wie ein Gewürz?“

Ich: „Exakt. Zu wenig bringt nichts, zu viel ruinierst du dir den Abend.“

Sie denkt kurz nach. „Und was ist, wenn der Preis abstürzt?“

Ich: „Dann nennen wir das… Charakterbildung.“

Sie: „Natürlich.“

Ich: „Langfristig könnte das Ganze aber interessant werden. Mehr Nutzer, begrenztes Angebot…“

Quelle: Focus Money
Quelle: Focus Money

Sie: „Und zwischendurch Herzinfarkt.“

Ich: „Ein bisschen.“

Sie steht auf, räumt das Glas weg. „Also gut. Wenn wir irgendwann an einer Mautstation stehen und jemand sagt: ‚Das macht 0,0003 Bitcoin‘…“

Ich: „Ja?“

Sie: „Dann zahlst du.“

Ich: „Warum ich?“

Sie: „Weil du mir das eingebrockt hast.“

Ich nicke. Fairer Punkt.

Sie dreht sich nochmal um: „Und jetzt geh bitte tanken.“

Ich: „Mit Bitcoin?“

Sie: „Mit Euro. Noch geht’s.“

Wohin könnte der Bitcoin perspektivisch steigen?

Quelle: projekt30.de

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