Freitagabend, Küche. Ich öffne ein Bier. Meine Frau schaut mich an, als hätte ich gleich wieder eine dieser „Ideen“.
Ich: „Du, kurze Frage: Wenn du durch die Straße von Hormus fährst – würdest du die Maut lieber bar zahlen oder in Bitcoin?“
Sie: „Ich würde erstmal umdrehen. Und dann dich fragen, warum wir da überhaupt sind.“
Ich: „Rein hypothetisch!“
Sie: „Deine hypothetischen Fragen kosten mich jedes Mal Nerven.“
Ich (unbeeindruckt): „Also gut: Der Iran denkt tatsächlich darüber nach, solche Dinge mit Bitcoin abzuwickeln.“
Sie: „Natürlich. Und nächste Woche akzeptiert mein Friseur dann auch Goldbarren.“
Ich: „Lach nicht. Die meinen das ernst. Wenn dich keiner mehr im globalen Zahlungssystem mitspielen lässt, suchst du dir eben Alternativen.“
Sie: „Oder Freunde.“
Ich: „Auch schwierig in der Geopolitik.“
Sie nippt an ihrem Glas. „Und jetzt sag mir bitte nicht, das ist gut für Bitcoin.“
Ich: „Doch… also… kompliziert gut.“
Sie: „Aha. ‚Kompliziert gut‘ ist ungefähr die gleiche Kategorie wie ‚teuer, aber lohnt sich‘ – stimmt’s?“
Ich: „Pass auf: Kritiker sagen jetzt natürlich – Bitcoin wird von bösen Staaten genutzt.“
Sie: „Klingt jetzt nicht nach einem Werbeslogan.“
Ich: „Stimmt. Aber das ist ein bisschen so, als würde man sagen: Autos sind schlecht, weil Bankräuber damit flüchten.“
Sie: „Okay… fair.“
Ich: „Bitcoin ist neutral. Werkzeug. Wie ein Hammer.“
Sie: „Du hast mit einem Hammer mal versucht, ein Regal aufzuhängen. Das war auch… neutral katastrophal.“
Ich ignoriere das. „Viel spannender ist: In vielen Ländern ist Bitcoin kein Investment – sondern Überlebensstrategie.“
Sie: „Jetzt wird’s dramatisch.“
Ich: „Nein, realistisch. Stell dir vor, dein Geld verliert jedes Jahr massiv an Wert. Banken funktionieren nicht richtig. Und der Staat… naja.“
Sie: „Dann würde ich auch nervös werden.“
Ich: „Genau. Und dann kommt Bitcoin ins Spiel.“
Kurze Pause.
Sie: „Und wir hier diskutieren, ob wir für 3,20 € mit Karte zahlen dürfen.“
Ich: „Willkommen in Deutschland.“
Sie lehnt sich zurück. „Wer nutzt das denn wirklich?“
Ich: „Vor allem Menschen in Schwellenländern. Indien, Nigeria, Brasilien…“
Sie: „Also nicht nur dein Kumpel Helmut, der seit 2017 davon redet?“
Ich: „Helmut fühlt sich gerade bestätigt, übrigens.“
Sie: „Oh je.“
Ich: „Und das wächst ziemlich schnell. Früher ein paar Millionen Nutzer, jetzt hunderte Millionen.“
Sie: „Wie das Internet?“
Ich: „Genau. Nur mit mehr Nervenkitzel.“
Sie: „Du meinst Kursschwankungen.“
Ich: „Ich meine emotionale Achterbahn.“
Sie grinst. „Und du willst mir jetzt sagen, ich soll Bitcoin kaufen.“
Ich: „Nein.“
Sie: „Aha.“
Ich: „Vielleicht ein bisschen.“
Sie: „Wie ein Gewürz?“
Ich: „Exakt. Zu wenig bringt nichts, zu viel ruinierst du dir den Abend.“
Sie denkt kurz nach. „Und was ist, wenn der Preis abstürzt?“
Ich: „Dann nennen wir das… Charakterbildung.“
Sie: „Natürlich.“
Ich: „Langfristig könnte das Ganze aber interessant werden. Mehr Nutzer, begrenztes Angebot…“
Sie: „Und zwischendurch Herzinfarkt.“
Ich: „Ein bisschen.“
Sie steht auf, räumt das Glas weg. „Also gut. Wenn wir irgendwann an einer Mautstation stehen und jemand sagt: ‚Das macht 0,0003 Bitcoin‘…“
Ich: „Ja?“
Sie: „Dann zahlst du.“
Ich: „Warum ich?“
Sie: „Weil du mir das eingebrockt hast.“
Ich nicke. Fairer Punkt.
Sie dreht sich nochmal um: „Und jetzt geh bitte tanken.“
Ich: „Mit Bitcoin?“
Sie: „Mit Euro. Noch geht’s.“
Wohin könnte der Bitcoin perspektivisch steigen?
Wer sich für das Traden interessiert
Bitte den Disclaimer lesen
